Dezember 2025

Mit unserem Forschungspartner Schönere Zukunft widmeten wir uns der Frage: Wie lassen sich bestehende Materialien und biologische Reststoffe im Architekturprojekt Heiligeneich sinnvoll weiterverwenden?

Auf Basis von Grundlagenuntersuchungen unseres Forschungspartners IBR&I wurden verschiedene Pyrolyse-Szenarien diskutiert. Da ein kontinuierlicher Betrieb aufgrund der Projektgröße nicht möglich ist, wird ein saisonaler Ansatz verfolgt: Grünschnitt soll in einem Batch-Reaktor zu Pflanzenkohle verarbeitet werden.

Pyrolyse: aus Grünschnitt wird Mehrwert

Die dabei entstehende Wärme könnte im Frühjahr zur Regeneration der Erdsonden genutzt werden. Die Pflanzenkohle selbst kann – nach Anreicherung mit Nährstoffen – zur Bodenverbesserung am Grundstück oder auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Für die Freiraumplanung eröffnet der Umgang mit anfallender Biomasse damit ein neues Handlungsfeld.

Re-Use von Beton: Bestand weiterdenken

Am Grundstück des Projekts liegen rund 5.000 m² Betonplatten, deren Wiederverwendung derzeit geprüft wird. Gemeinsam mit der Tragwerksplanung Kurt Pock ZT entsteht ein Konzept, bei dem Re-Use-Stahlbetonplatten und -träger als Außenwände der Tiefgarage eingesetzt werden könnten.

Erste Analysen zeigen: Gegenüber herkömmlichem Stahlbeton lassen sich bei den Außenwänden bis zu 80 % CO₂ einsparen.

Vom Konzept zur Umsetzung

Um das Re-Use-Prinzip auf Praxistauglichkeit zu testen, ist der Bau eines Mockups geplant. Unterstützung kommt dabei vom AWS-Förderprojekt re:concrete von einszueins architektur und Materialnomaden. Ziel ist es, CO₂-optimierte Bauprozesse nicht nur zu analysieren, sondern konkret umzusetzen.